Lieber spät als nie! Nach Java ging es im Sommer für zwei Wochen weiter nach Bali. Einige Eindrücke gibt es nun hier als Nachtrag:

Bali

Nur durch vier Kilometer Wasser von Java getrennt, findet man sich nach der Überfahrt mit der Fähre in einer anderen Welt wieder. Am Hafen wird man von einem großen Buddha empfangen, nach wenigen Kilometern löst die balinesische Ausrichtung des Hinduismus den sonst in Indonesien vorherrschenden Islam ab. Der starke Glaube der Menschen durchdringt den Alltag. Jeder führt Rituale zuhause, vor der eigenen Haustüre, aber auch an gefährlichen Straßenkreuzungen oder am Meer, durch. Man muss aufpassen nicht in die kleinen, mit Blumen, Räucherstäbchen, Keksen, Zigaretten usw. bestückten Körbchen zu treten. Hinduismus auf Bali Fast alle Balinesen tragen traditionelle Kleidung. Sarong und Kopfbedeckung, je nach Anlass in den passenden Farben.

Die Menschen Leben in Einheiten aus mehreren Häusern, von Tempeln kaum zu unterscheiden. Jedes Haus dient einem anderen Zweck, als Wohnung für eine Generation, als Küche, als Gemeinschaftsraum oder als Tempel.

Wie so viele Touristen, verschlägt es uns nach Ubud. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, trotz der vielen Touristen. Ob das wohl an den vielen Yogaschulen und Massage-Salons liegt?

Klassisch geht man einmal in eine traditionelle Tanzaufführung. Die Musik ist für unsere Ohren gewöhnungsbedürftig, die Performance der Tänzer erstaunlich. Ein Beispiel dazu

Essen kann man in Ubud sehr gut. Es gibt eine Menge organic und vegetarian im Angebot. Ab und zu findet man auch eine kleine Garküche, die Martabak oder andere günstige Gerichte anbieten. Für Kaffeegenießer gibt es zwei mehrere Kaffeeröster mit erstaunlicher Qualität. Seniman

Ansonsten verbringt man die Zeit gut mit Tagesausflügen. z.B. zu den Reisterassen von Jatiluwih. Ein weiteres UNESCO-Kulturerbe, welches unbedingt einen Besuch wert ist. Die Ausmaße passen auf kein Foto.

Ein weiteres Ziel für die meisten Bali Besucher sind die Gili Inseln, dazu folgt noch ein kleiner Beitrag.

Nach den Gilis zurück auf Bali, ging es wieder nach Ubud. Der Ort hat etwas anziehendes. Marktbesuche, ein Kochkurs, kleine Ausflüge und Massagen sorgen für tiefe Entspannung.

Die letzten Tage ging es dann in den Süden, welchen die Touristen fest im Griff haben. Die Hochburg Kuta haben wir zwar gemieden, aber auch Uluwathu und Nusa Dua bestehen ausschließlich aus Hotels. Für ein paar letzte Tage am Strand aber in Ordnung.

An einem der letzten Tage setzten wir uns an den Strand, wo gerade eine Prozession eintraf. Es wurde die Melasti-Zeremonie, zur Reinigung der verschiedenen Welten, durchgeführt. Alle Teilnehmer saßen rauchend, essend oder am Handy spielend, im Sand, während nacheinander verschiedene Leute Opferrituale mit Blüten und Wasser vollführten. Plötzlich herrschte absolute Stille, die Menschen steckten sich Frangipani-Blüten in die Haare und falteten die Hände. Nach einer Minute kam alles wieder in Bewegung. Ein Großteil der Gruppe ging ans Wasser, ließ ein Paar junge Enten frei, und schon packten alle, so schnell wie sie gekommen waren, wieder zusammen. Bis auf einige Blütenblätter im Sand war nichts mehr zu sehen.

An jedem Gebäude der Haustempel, der täglich/wöchentlich bestückt wird Haustempel Musik und Tanz haben lange Tradition, für unsere Ohren etwas ungewöhnlich Tanz Die Reisterassen von Jatiluwih Jatiluwih Die Häuser betritt man durch prunkvolle Eingänge Ganesha Ganesha wie fast überall in Indonesien sind Vögel die beliebtesten Haustiere Passionsfrucht Passionsfrucht Snakefruit Snakefruit Guaven Guaven Mangosteen Mangosteen Gekrabbel Ameisen Umbul-Umbul (Drachenschwanz) Umbul-Umbul Der Gunung Batur Gunung Batur Pura Tirta Empul, jede Fontäne gilt einem eigenen Zweck. Reinigung der Seele, Gedenken verstorbener, etc. Pura Tirta Empul Die Melasti-Zeremonie Melasti Kinder interessieren sich weniger für die Rituale Uluwatu Tempel Uluwatu Der Süden Balis mit steilen Klippen

Gili Islands

Die Gili-Inseln sind eine Gruppe von drei Sandinseln, kurz vor der Küste Lomboks. Die meisten Touristen reisen per Speedboat von Bali an, was je nach Wellengang eine turbulente Fahrt werden kann. Wir verbrachten einige Tage auf Gili Air, die als Mischung der beiden Inseln Gili Trawangan (auch Gili "T" oder Gili "Tralala" als Partyinsel) und Gili Meno (kleinste und ruhigste Insel) bekannt ist.

Kommt man nach der schaukelnden Überfahrt an, herrscht Inselfeeling: Es gibt keinerlei motorisierte Fahrzeuge, sondern nur Fahrräder und Pferdekutschen auf den Inseln. Schon dadurch geht es deutlich ruhiger zu. Alle Ziele sind zu Fuß zu erreichen, da selbst die größte Insel nur 4 km Durchmesser hat. Alles was es gibt ist Strand (rund um die gesamte Insel), Bars und Bungalows. Man ist sehr auf die Touristen eingestellt, die neben dem Fischfang die einzigste Einnahmequelle sind. Die Touts sind aufdringlich und wollen Unterkünfte vermitteln, häufig ist mehr als ein NEIN notwendig um sie loszuwerden. Als Aktivitäten bieten sich Schnorcheln und Tauchen an, wobei aufgrund des klaren Wassers Schnorcheln ausreicht. Leider lässt sich beobachten wie die Korallenriffe sterben, was vermutlich an den Menschenmassen, aber auch der früher betriebenen Dynamitfischerei liegt. In wenigen Jahren wird es wohl nur noch Sand geben und die Touristen werden ausbleiben. Trotzdem werden auf fast jedem freien Grundstück weitere Bungalows gebaut. Da sich die Inseln nur wenige Meter über den Meeresspiegel erheben, wird es spannend, sollte der Meeresspiegel steigen.

Insgesamt waren die Gilis einen Besuch wert, aber für schöne(-re) Strände muss man nicht so weit um die Welt reisen. Die Schnorcheltouren waren gut, besonders das Schwimmen mit den Meeresschildkröten. Im Nachhinein gefielen mir die Inseln Malaysias aber deutlich besser, und dort besonders die Unterwasserwelt, wie auch die Menschen. Gestorbene Korallen Korallen